Atommüll – biologisch abbaubar?

Der Umgang mit den Überresten, die bei der Energieerzeugung aus Kernspaltung, aber auch aus der Nuklearmedizin, zurückbleiben, ist eines der populärsten Argumente, die üblicherweise gegen Kernkraft benutzt werden. Der bisherige Wissenstand zum Thema Endlagerung (und warum “Endlagerung” eigentlich nicht der passende Begriff ist), kann gut auf dem Kerngedanken-Blog nachvollzogen werden, wo ein auf Endlagerung spezialisierter Kernphysiker für Laien verständliche Sachverhalte rund um das Thema behandelt.

Mir geht es allerding mehr um die mittelfristigen Entwicklungen:

Nachdem schon vor einigen Jahren im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl ein Pilz gefunden wurde, der sich von ionisierender Strahlung ernährt, wurde jetzt in einer Endlager-Forschungsanlage in Savannah eine unbekannte Substanz, die an Spinnenweben erinnert und höchstwahrscheinlich biologischen Ursprungs ist, entdeckt. Das könnte also bedeuten, dass es Organismen gibt, die konkret auf und von Atommüll leben können, was natürlich potentiell eine Endlagerung (im Sinne von “Wir dürfen da zwei Millionen Jahre nicht drankommen”) unnötig machen würde. Natürlich ist das eine Frage, die mittelfristig nicht geklärt werden wird, aber trotzdem gibt sie Anlass, gespannt in die Zukunft zu blicken.

Denn wenn man die Müllprobleme und die Havariefolgen im Griff hat, ist Kernkraft die mit großem Abstand beste Energiequelle, die wir haben.

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2 Gedanken zu „Atommüll – biologisch abbaubar?

  1. Florian sagt:

    Nun, dass sich dieses „Spinnennetz“ oder der Pilz Radiaktivität als Energiequelle zu Nutze machen, ist natürlich toll für sie: Aufgrund der langen Halbwertszeiten haben diese Lebensformen erstmal „ausgesorgt“. Sie müsssen sich zwar gegen die andauernde Zerstörung ihrer DNS wehren, aber es sind ja z.B. auch schon länger Bakterien bekannt, die genau das können.

    Ob sich damit aber für uns Menschen etwas verbessert, ist fraglich: Leben ist chemisch und spielt sich damit nur in der Atomhülle ab. Die Atomkerne werden durch das Leben nicht verändert. Das bedeutet, dass sich absolut gar nichts an den Halbwertszeiten des radioaktiven Müll ändert.

    Damit sind diese Beobachtungen vielleicht eher Grund zur Besorgnis denn zur Freude, weil solche Lebensformen womöglich den radiaktiven Müll aus tiefen Endlagern zurück in den biologischen Kreislauf bringen könnten. Hilfreich könnten sie vielleicht sein, wenn man verteilten Atommüll (nach einer Katastrophe) wieder einsammeln will.

    • kueckieben sagt:

      Du hast völlig recht.
      Die Frage ist eben, ob man einen Nutzen daraus ziehen kann, oder ob man eben nur mal wieder ein kurioses Phänomen beobachtet hat. Ich persönlich gehe erst einmal eher optimistisch da heran, aber mehr weiß man da jetzt sowieso noch nicht.

      Zumindest aber sind radioaktive Zerfallsprodukte in einem Behälter aus Biomasse (also Pilzen o.ä.) besser aufgehoben als in frei herumfliegenden Staub.

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