Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Der nächste Crash: China

Paul Krugman schreibt in der New York Times darüber, wie der chinesische Boom in letzter Zeit alle Anzeichen einer platzenden Blase zeigt. Die Immobilienpreise entwickeln sich genau so wie in Japan Ende  der 1980er und in den USA 2007 (oder Spanien 2010). Da sich die Eurozone in einer schweren Schieflage befindet und die USA noch immer an dem platzen ihrer eigenen Immobilienblase laborieren, wäre das nun ein schwerer Schlag gegen die letzte verbliebene Säule der Weltwirtschaft.

I hope that I’m being needlessly alarmist here. But it’s impossible not to be worried: China’s story just sounds too much like the crack-ups we’ve already seen elsewhere. And a world economy already suffering from the mess in Europe really, really doesn’t need a new epicenter of crisis.

Das heißt also, das wir uns auf ein interessantes Jahr “freuen” dürfen, frei nach dem alten chinesischen Fluch:

“Mögest du in  interessanten Zeiten leben!”

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Griechen raus aus dem Euro? Lieber nicht…

Ali Arbia diskutiert in seinem Blog, ob ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone die Krise des Euroraums verringern könnte, und zeigt einige gute Argumente dafür auf, dass kein einziges Problem damit gelöst wäre. Eher würde es sogar noch schlimmer werden. Leseempfehlung.

Euro-Austritt als Ende der griechischen Tragödie? | zoon politikon

Wenn das Orakel nicht die richtige Vorhersage macht…

Auf Spiegel Online konnte man heute lesen, dass Standard & Poor’s für ihre fälschliche Ankündigung, Frankreichs Kreditwürdigkeit herabzustufen, büßen sollen.

Dazu kann ich nur sagen: Ich verstehe es nicht. Rating-Agenturen geben ihre Einschätzung von der Kreditwürdigkeit eines Staates/Unternehmens an. Also, sie äußern sozusagen ihre Meinung. Damit können sie natürlich richtig oder falsch liegen.

Nun gibt es für Anleger zwei Möglichkeiten: Entweder, sie glauben, dass die Einschätzung der Agentur stimmt, und investieren entsprechend, oder sie glauben der Einschätzung nicht und investieren ihr Geld anders. Niemand muss sich an die Empfehlungen halten.

Wenn man die Rating-Agenturen nun also “büßen lässt”, dass sie die Kreditwürdigkeit eines Staates niedriger einschätzen als der fragliche Staat das gerne hätte, dann lässt man sie also im Zweifelsfall dafür büßen, dass sie die Wahrheit sagen. Man zwingt sie sozusagen dazu, zu lügen. Dadurch würden die Agenturen natürlich jede Glaubwürdigkeit verlieren, und kein Investor mit ein wenig Verstand würde sich mehr auf deren Einschätzung verlassen. Damit hätte also der Staat nichts gewonnen. Er hätte nur den einzigen Indikator verloren, der ihm seine eigene Glaubwürdigkeit (und um die geht es ja am Ende) anzeigen kann.

Es ist wie bei dem Kaiser und dem Kind. Nur, dass man das Kind verprügeln lässt…

Über Marktwirtschaft und Kapitalismus

Die Frage, ob Kapitalismus oder Marktwirtschaft oder vielleicht etwas ganz anderes die bestmögliche Wirtschaftsform ist, wird in einem Artikel auf Wiesaussieht (und bei den Oeffinger Freidenkern) nochmal gestreift:

Was am Ende übrig bleibt.

Und dieser fasst ganz gut zusammen, was ich auch so sehe: Marktwirtschaft ist wünschenswert, man muss nur verhindern, dass durch Monopolbildung und Verflechtung von Politik und Wirtschaft das entsteht, was gemeinhin als Kapitalismus bezeichnet wird.