Archiv der Kategorie: Wissenschaft

Gutes und schlechtes Benehmen: Nachrichten von Käpt’n Offensichtlich

Zwei aktuelle Veröffentlichungen haben heute meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, in denen völlig unerwartete Erkenntnisse zu Tage treten:

1. Männer verhalten sich selbstloser, wenn attraktive Frauen in der Nähe sind.

„The research shows that good deeds among men increase when presented with an opportunity to copulate. Theoretically, this suggests that a good deed is the human equivalent of the peacock’s tail. Practically, this research shows how societies can encourage selfless acts.“

2. Die ersten Landpflanzen haben durch ihren Kohlendioxidverbrauch Eiszeiten ausgelöst.

Professor Liam Dolan of Oxford University, one of the lead researchers, said: „For me the most important take-home message is that the invasion of the land by plants — a pivotal time in the history of the planet — brought about huge climate changes. Our discovery emphasises that plants have a central regulatory role in the control of climate: they did yesterday, they do today and they certainly will in the future.“

Gut zu Wissen, dass manche Alltagstheorien tatsächlich stimmen…

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Zotero 3.0 ist fertig

Auf dem Zotero-Blog wurde heute bekannt gegeben, dass die 3.0-Version von Zotero nun endlich fertig und stabil ist, und folgende Neuerungen bringt:

  • Eine Standalone-Version, die ohne Mozilla Firefox läuft
  • Eine elegante Möglichkeit, doppelte Einträge zu finden und zu einem einzigen zu verbinden
  • Eine neue Benutzeroberfläche für das Word- bzw. OpenOffice-Add-In
  • Neue Funktionen für Zotero-Gruppen und das Teilen von Dokumenten (dazu werde ich später mal noch etwas schreiben)

In nächster Zeit wollen die Entwickler diese und andere Neuerungen in Ihrem Blog ausführlicher vorstellen, es lohnt sich also, dort immer mal vorbei zu schauen. Bis dahin gibt es erstmal das Zotero 3.0-Paket für Firefox und Standalone, sowie den Connector für Google Chrome und Safari auf der Download-Seite.

Atommüll – biologisch abbaubar?

Der Umgang mit den Überresten, die bei der Energieerzeugung aus Kernspaltung, aber auch aus der Nuklearmedizin, zurückbleiben, ist eines der populärsten Argumente, die üblicherweise gegen Kernkraft benutzt werden. Der bisherige Wissenstand zum Thema Endlagerung (und warum “Endlagerung” eigentlich nicht der passende Begriff ist), kann gut auf dem Kerngedanken-Blog nachvollzogen werden, wo ein auf Endlagerung spezialisierter Kernphysiker für Laien verständliche Sachverhalte rund um das Thema behandelt.

Mir geht es allerding mehr um die mittelfristigen Entwicklungen:

Nachdem schon vor einigen Jahren im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl ein Pilz gefunden wurde, der sich von ionisierender Strahlung ernährt, wurde jetzt in einer Endlager-Forschungsanlage in Savannah eine unbekannte Substanz, die an Spinnenweben erinnert und höchstwahrscheinlich biologischen Ursprungs ist, entdeckt. Das könnte also bedeuten, dass es Organismen gibt, die konkret auf und von Atommüll leben können, was natürlich potentiell eine Endlagerung (im Sinne von “Wir dürfen da zwei Millionen Jahre nicht drankommen”) unnötig machen würde. Natürlich ist das eine Frage, die mittelfristig nicht geklärt werden wird, aber trotzdem gibt sie Anlass, gespannt in die Zukunft zu blicken.

Denn wenn man die Müllprobleme und die Havariefolgen im Griff hat, ist Kernkraft die mit großem Abstand beste Energiequelle, die wir haben.

Blogempfehlung: Das Fraunhofer Forschungs-Blog; außerdem Steve Jobs

Zuerst einmal muss ich ein wirklich interessantes Projekt der Fraunhofer-Gesellschaft vorstellen, nämlich das Forschungs-Blog. Dort wird von Zeit zu Zeit so genanntes Dual-Blogging betrieben, also die gleichzeitige Aufarbeitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen einmal durch einen Artikel in durchgängiger Fachsprache, und einmal in Umgangssprache durch einen Journalisten bzw. Blogger. Dadurch kann man auch als Laie verstehen, was der Inhalt der Meldung ist, und sich in der Fachsprache fit machen.

Aber der Grund, warum ich das hier anspreche, ist eine Meldung zur Krankheitsverlauf von Krebs, in der die bisherigen Annahmen über die Streuung von Tumoren in den restlichen Körper in Frage gestellt werden. Es scheint so, dass Tumore viel eher Metastasen bilden, als bisher vermutet. Es ist also lebenswichtig, Krebserkrankungen so früh wie möglich behandeln zu lassen.

Steve Jobs hat dies nicht getan, und ist vermutlich aus diesem Grund seinem Bauchspeicheldrüsentumor erlegen. Allerdings hat er damit auch ein kaum zu widerlegendes Argument für medizinische Behandlung von Krankheiten geliefert, indem er sozusagen die Probe aufs Exempel (sein Exempel) gemacht hat. Und schließlich hat er am Ende auch noch eine ganze Menge Geld in die Krebsforschung geworfen, was auch anderen Menschen zu Gute kommen wird.

Satt werden durch Kaugummikauen

Eine australische Forschungsgruppe erforscht derzeit die Auswirkungen des Hormons PYY auf den menschlichen Körper, das an der Regulierung des Hungergefühls beteiligt ist. Nun hat eine Studie gezeigt, dass man eine sättigende Wirkung auch über die orale Aufnahme des Hormons erreichen könnte. Zum Beispiel durch präparierte Kaugummis.

Wenn das mal nicht ein Thema für die Brigitte wäre…

Chew gum, lose weight? Hormone that helps people feel full after eating can be delivered into bloodstream orally.

Update: Wem das zu aufwändig ist, der kann ja vielleicht auch durch Zuckerkügelchen im Schlaf abnehmen

Was kommt in Zukunft auf den Teller? Künstliches echtes Fleisch.

REUTERS berichtete letztens über den Fortschritt einer US-Forschungsgruppe, so genanntes “Cultured meat”, also im Labor künstlich erzeugtes Fleisch, herzustellen. Wenn dies irgendwann großtechnisch umsetzbar sein sollte, wäre das die Lösung für eine ganze Reihe von Problemen. Massentierhaltung ist schließlich nicht nur aus ethische Perspektive fragwürdig, sondern vor allem ökonomisch nicht gerade effizient.

And conventional meat production is also notoriously inefficient. For every 15 grams of edible meat, you need to feed the animals on around 100 grams of vegetable protein, an increasingly unsustainable equation.

Zur Zeit ist das Herstellungsverfahren noch ein Proof-of-Concept, und auch der Geschmack lässt noch zu wünschen übrig.

"It’s not very tasty yet," Post said. "That’s not a trivial thing and it needs to be worked on."

But with the right amounts and right types of fat, perhaps a little lab-grown blood to give it color and iron, Post is confident he can make his Petri dish meat look and taste as good as the real thing.

Ich persönlich bin jedenfalls gespannt, was uns da noch erwarten wird. Hoffentlich wird die bei uns verbreitete Technik- und Wissenschaftsfeindlichkeit (siehe z.B. die Bio-Bewegung und Gentechnikgegner) nicht auch diese Technik aus Europa fernhalten…

Hilfreiche Zotero-Tips: Angehängte PDF-Dateien umbenennen

Zotero bietet die Möglichkeit, Dateien aller Art an Datenbankeinträge anzuhängen. Dies kann manuell vorgenommen werden oder automatisch über den Import von Verlags- oder Bibliotheksseiten passieren. Allerdings ist der Name der Datei dabei oft recht kryptisch, etwa “science.pdf” bei Volltexten des ScienceDirect-Katalogs von Wiley, so dass man zur späteren Weitergabe von Papers sinnvollerweise die Dateien umbenennen sollte.

Es gibt dafür zwei Vorgehensweisen, eine in Zotero eingebaut, die andere durch ein Add-On. Im folgenden will ich beide Möglichkeiten kurz beschreiben:

Angenommen, man hat ein Paper über den Zotero Connector importiert, wird die angehängte PDF-Datei folgendermaßen benannt:

Zotero_2011-11-10_12-37-41

Direkt in Zotero eingebaut ist die Möglichkeit, die Datei mit den Daten des Eintrags umzubenennen:

Zotero_2011-11-10_12-38-48

Das Ergebnis sieht dann folgendermaßen aus:

Zotero_2011-11-10_12-40-40

Die andere Möglichkeit ist die Nutzung des Add-Ons ZotFile, das außerdem noch einige andere nützliche Funktionen, wie den automatischen Import von PDFs aus festgelegten Dateiordnern hinzufügt. Damit ist außerdem die automatisierte Umbenennung mehrerer PDFs möglich, und man muss nicht für jede einzelne Datei klicken.

Zotero_2011-11-10_12-40-12

Das Ergebnis sieht ähnlich aus:

Zotero_2011-11-10_12-41-02

Wenn man nun die PDFs exportiert, z.B. um sie an Kollegen weiter zu geben, sind diese schon ordentlich mit Autor, Titel, Jahr, Publikation und Ausgabe benannt.


P.S.: Das Paper ist eines über Veränderungen im Belohnungssystem des menschlichen Gehirns, die der Toxoplasmose-Parasit auslöst. Ein sehr interessantes Thema, wie ich finde, eine Zusammenfassung findet sich hier.

Literatur verwalten mit Zotero

Im Laufe meines Studiums habe ich verschiedene Programme zur Verwaltung von Literatur ausprobiert, unter anderem Bibliographix, Citavi, Mendeley, Jabref, und Visual Composer für Office, aber keines davon passte so gut zu meiner persönlichen Arbeitsweise wie Zotero.

In seiner aktuellen Version läuft Zotero als Add-On für Firefox, ist kostenlos und Open Source, und hat mit die komfortabelste Integration in verschiedene Office-Programme. Ich werde in nächster Zeit hier nach und nach ein kleines Nachschlagewerk zur Bedienung und Benutzung erstellen, in dem ich vor allem auf Fragen eingehe, die während der täglichen Arbeit aufgekommen sind, und die ich durch Recherchen außerhalb der offiziellen Hilfeseiten beantworten konnte.

Doch zuerst die Grundlagen:

Zotero kann entweder über den Add-On-Dialog von Firefox, oder über die Zotero-Projektseite installiert werden. Als nächstes sollte man sich erst einmal die Kurzanleitung ansehen, um die Grundlagen zu lernen. Wer Englisch kann, kann auch die verschiedenen Videoanleitungen ansehen und wird dort umfassend in die grundlegenden Bedienschritte eingewiesen. Auch die häufig gestellten Fragen sind für den Anfang eine gute Quelle für Informationen.

Nachdem die grundlegende Bedienung klar ist, kann man sich dann mit diffizileren Problemen beschäftigen, aber dazu komme ich in späteren Einträgen.